Korrelationsstudien

Schlagwörter: Korrelationen Ratings Kontrollüberzeugung Antwortreaktionen Umweltreize Luftverbrauch

Die Korrelationen der Ratings zu den Zeitpunkten 11 "In Grundnähe", 12 "Kurz vor dem Auftauchen" und 13 "Beim Auftauchen" mit der IPCi-Skala könnten sich damit erklären, daß den eher externalen Kontrollüberzeugungen unterliegenden Sporttauchern zu diesen Momenten klar wird, daß nur sie selbst Einfluß auf das Gelingen des Tauchgangs haben und ihnen hier keine mächtigere Person oder das Schicksal weiterhilft. Sie neigen so während des Aufenthalts unter Wasser eher zur internalen Kontrollüberzeugung.

Schon zu Beginn des Abtauchens ist man sich dessen bewußt, daß man vor allem für sich selbst verantwortlich ist. Hier muß auf den Druckausgleich, auf das Tarieren, auf Strömungs- sowie Sichtverhältnisse und vieles mehr geachtet und reagiert werden. Dies setzt Antwortreaktionen auf Umweltreize voraus, die ein bewußtes Handeln zur Folge haben. Es wird klar, daß nur dieses eigene Handeln auch zum gewünschten Ergebnis führt.

Selbstkonstruierte IPC-Aussagen

Die erste selbstkonstruierte IPC-Aussage "Es ist eine Frage des Schicksals, ob ich einen geglückten oder weniger geglückten Tauchgang erfahre" ist mit der 24. standardisierten IPC-Aussage "Es ist eine Frage des Schicksals, ob ich wenige oder viele Freunde habe" zu vergleichen. Die Korrelationen mit den IPCp- und IPCc-Aussagen könnten darauf hinweisen, daß Sporttaucher das Qualitätsniveau eines Tauchgangs auch von den Mittauchenden abhängig machen.

Ein Tauchgang ist immer auch von den mittauchenden Partnern abhängig. So hoffen beispielsweise erfahrene Sporttaucher auf einen möglichst geringen Luftverbrauch der einzelnen Mitglieder der Gruppe, was den gesamten Tauchgang im Hinblick auf die Dauer beeinflußt.

Die zweite selbstkonstruierte IPC-Aussage "Beim Kauf meiner Ausrüstung orientiere ich mich mehr an den Empfehlungen erfahrener Taucher als an meinen eigenen Vorstellungen" ist vergleichbar mit der 22. standardisierten IPCp-Aussage "Damit meine Pläne eine Chance haben, richte ich mich beim Planen auch nach den Wünschen wichtiger Leute". Ein Zusammenhang liegt jedoch nicht vor. Statt dessen korreliert diese Aussage mit der 18. standardisierten IPCi-Aussage "Ich kann ziemlich viel von dem, was in meinem Leben passiert, selbst bestimmen", was zeigt, daß Sporttaucher beim Kauf ihrer Ausrüstung eher internal orientiert sind.

Die dritte selbstkonstruierte IPC-Aussage "Sollte bei mir ein Angstgefühl aufkommen, so habe ich mein eigenes Konzept, damit umzugehen" korreliert am stärksten mit der IPCi-Skala und der 5. standardisierten IPCi-Aussage "Wenn ich Pläne schmiede, bin ich sicher, daß das Geplante auch Wirklichkeit wird", was auf die beiderseits hohen internalen Aspekte zurückzuführen ist.

Die vierte selbstkonstruierte IPC-Aussage "Ein fehlerfrei ablaufender Tauchgang ist das Ergebnis langjähriger Erfahrung" ist vergleichbar mit der 21. IPCi-Aussage "Wenn ich bekomme, was ich will, so ist das meistens das Ergebnis harter Arbeit". Wie zu erwarten, korrelieren diese beiden Aussagen auch miteinander. Die Korrelation mit der 19. IPCi-Aussage "Gewöhnlich kann ich meine eigenen Interessen selbst vertreten" bestätigt den internalen Zusammenhang dieser Aussagen.

Die fünfte selbstkonstruierte IPC-Aussage "Wann ich tauchen gehe, entscheide ich spontan, weil häufig etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt, was längerfristige Planungen schwierig macht" ist inhaltlich vergleichbar mit der 14. IPCp-Aussage "Es ist für mich nicht gut, weit im voraus zu planen, da häufig das Schicksal dazwischenkommt". Auch hier liegt wie erwartet eine Korrelation mit den IPCc-Aussagen vor, was zeigt, daß sich die Kontrollüberzeugungen in diesem Punkt auch speziell beim Sporttauchen kaum ändern.

Die sechste selbstkonstruierte IPC-Aussage "Wenn ich sehe, daß andere nervös werden, fühle ich mich dadurch ebenfalls beeinträchtigt" korreliert mit den Aussagen der IPCp-Skala. Dies zeigt, daß selbst Sporttaucher, die der internalen Kontrollüberzeugung unterliegen, einen Einfluß anderer Personen auf ihr eigenes Verhalten und ihre Gemütsverfassung nicht ganz ausschließen.

Bei der siebente selbstkonstruierten IPC-Aussage "Eine Fehlfunktion meiner Tauchausrüstung hängt von Faktoren ab, die ich nicht selbst beeinflussen kann" läßt sich ein Zusammenhang zu den standardisierten IPCp- und IPCc-Aussagen feststellen. Dies könnte daraufhindeuten, daß es vielen Sporttauchern schwerfällt, die komplexe Tauchtechnik in bezug auf die Funktionszuverlässigkeit richtig einzuschätzen.

Die achte selbstkonstruierte IPC-Aussage "Mein Tauchverhalten ist geprägt durch die Ausbildung meines Tauchlehrers" zeigt nicht den erwarteten Zusammenhang mit den IPCc-Aussagen. Statt dessen korreliert die Aussage mit der 23. IPCi-Aussage "Mein Leben wird von meinem Verhalten bestimmt". So wird auch hier die allgemein hohe Internalität bei Sporttauchern bestätigt.

Selbstkonstruierte Coping-Aussagen

Die erste selbstkonstruierte Coping-Aussage "Ich konzentriere mich während der Bootsfahrt auf den Tauchgang" entspricht inhaltlich der 1. standardisierten Coping-Aussage, die der Coping 1-Skala zugehört "Ich konzentriere mich auf das, was ich als nächstes tue, daß heißt auf den nächsten Schritt". Dieser Zusammenhang ermöglicht die Korrelation mit der Coping 1-Skala, die rationale Reaktionen auf ein Problem beschreibt.

Die zweite selbstkonstruierte Coping-Aussage "Ich verdränge meine Besorgnis und vertraue meinem Schutzengel" ist inhaltlich mit der 11. Coping-Aussage "Ich hoffe auf ein Wunder" zu vergleichen, so daß auch eine hohe Korrelation der beiden Aussagen vorliegt. Die höchste Korrelation mit den IPCc-Aussagen zeigt recht gut die Externalität dieser Aussage, die durch Fatalismus bedingt ist.

Die dritte selbstkonstruierte Coping-Aussage "Ich arbeite auch im Alltag an meiner Angst, um besser damit umzugehen" beschreibt eine rationale, also angemessene Coping-Reaktion, was sich auch in der Korrelation mit der
Coping 1-Skala widerspiegelt.

Keine signifikanten Korrelationen weist die vierte eigene Coping-Aussage "Ich spreche mit meinem Tauchpartner über meine Ängste vor dem Tauchgang" auf. Hier liegt deutlich die Vermutung nahe, daß für die meisten Sporttaucher keine genügend hohe Gefahr vom Sporttauchen ausgeht, die eine Bewältigungsreaktion bei ihnen hervorrufen könnte.

Die fünfte selbstkonstruierte Coping-Aussage "Ich überdenke vorhergegangene Tauchgänge und mache mir bewußt, wie ich dort reagiert habe" ist vergleichbar mit der 48. standardisierten Coping-Aussage "Ich berücksichtige frühere Erfahrungen und überlege, was ich in ähnlichen Situationen getan habe". Diese standardisierte Aussage gehört zur Gruppe der zur Coping 1-Skala gehörenden Aussagen, womit der höhere Korrelationswert mit der Coping 1-Skala erklärt werden kann.

Die sechste selbstkonstruierte Coping-Aussage "Ich behalte meine Gefühle für mich" hat einen deutlich emotionalen Hintergrund, korreliert folglich auch mit der Coping 2-Skala und läßt sich somit in die Gruppe der emotionalen Aussagen einfügen. Ein weiterer Zusammenhang besteht zu den IPCc-Aussagen, wobei in diesem Punkt ein Zusammenhang zwischen externaler Kontrollüberzeugung und einer emotionalen Bewältigungsreaktion deutlich wird.

Die siebente selbstkonstruierte Coping Aussage "Ich schlafe vor einem Tauchgang mehr als sonst" ist mit der 16. standardisierten Coping Aussage "Ich schlafe mehr als sonst" vergleichbar. Die Korrelation beider Aussagen zeigt, daß ein Großteil der Sporttaucher sich auch beim Tauchen diesbezüglich nicht anders verhält.

Die achte selbstkonstruierte Coping Aussage "Ich verarbeite meine Angst von Tauchgang zu Tauchgang besser" zeigt keine Zusammenhänge zu den jeweiligen standardisierten Skalen. An dieser Stelle wird nochmals deutlich, daß die Gefahr, die vom Tauchen ausgeht, als sehr gering eingeschätzt wird und somit eine Bewältigungsreaktion oder gar eine Auseinandersetzung mit einem Problem überhaupt nicht zustande kommen kann[18].

Die neunte selbstkonstruierte Coping-Aussage "Ich nehme vor dem Tauchgang ein Genußmittel ein (Tee, Kaffee, Alkohol, Drogen etc.)" ist vergleichbar mit der 33. standardisierten Coping-Aussage "Ich gönne mir etwas, damit es mir besser geht, (z.B. essen, trinken, rauchen, Drogen oder Medikamente)".Die Korrelation der beiden Fragen verdeutlicht dies. Zusammenhänge mit den standardisierten Skalen konnten nicht festgestellt werden, was nicht verwundert, da die
33. standardisierte Coping-Aussage auch keiner bestimmten Coping-Skala zugewiesen wurde. Trotz der Anonymität der Einnahme solcher Mittel, ist es nicht wahrscheinlich, daß ein Sporttaucher den Konsum von Drogen, Alkohol oder Medikamenten zugeben würde. Insgesamt ist damit dieser Frage wenig Bedeutung beizumessen.

Die zehnte selbstkonstruierte Coping-Aussage "Ich weiß genau, wie ich mich zu verhalten habe und verhalte mich entsprechend" hat einen hohen internalen Charakter und ist mit der 49. standardisierten Coping-Aussage "Ich weiß recht genau, was zu tun ist und verstärke daher meine Bemühungen, die Dinge ins Lot zu bringen", die der Coping 1-Skala zugeordnet wurde, zu vergleichen. Dies begründet auch die hohe Korrelation beider Aussagen und den Zusammenhang mit der IPCi-Skala. Allerdings liegen keinerlei Zusammenhänge zu den Coping Skalen vor, obwohl diese Aussage den Sporttauchern helfen würde, eine Gefahrensituation nicht nur zu bewältigen, sondern sie auch zu genießen.

Es wird hier noch einmal deutlich, daß der Genuß am Sporttauchen überwiegend nicht von einem zu spürenden "Kick" ausgeht, sondern eher beim Genießen neuer, nicht gekannter Umweltreize liegt.

Die Korrelation der Aussage mit der IPCc-Skala kann aufgrund des eindeutig internalen Charakters dem Zufall zugeschrieben werden.

Die elfte selbstkonstruierte Coping-Aussage "Ich mache etwas ganz anderes als das, was hier beschrieben wurde (wenn ja-was?)" hat den selben Inhalt wie die 67. standardisierte Coping-Aussage. Die geringen Mittelwerte dieser Aussagen, die kaum vorhandenen Korrelationen und die wenig gemachten Angaben dazu begründen eine geringe Beachtung dieser Aussage.

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Angst und Angstverarbeitung beim Tauchen

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Einschätzung der physiologischen Erregung

Erregung bis zum Zeitpunkt "Beim Auftauchen" auszumachen
und das ohne den Peak zum Zeitpunkt "Am Tauchplatz".

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