Angstpotentiale beim Sporttauchen

Die einmalige Vielfalt von Tieren, Pflanzen und ganzen Landschaften der Unterwasserwelt bietet immer wieder neue und unbekannte Erlebnisse. Diese Welt unter Wasser kann sich uns als friedlich, bizarr, wohlig, entspannend,
romantisch - aber auch als abenteuerlich, aufregend, beängstigend und atemberaubend darstellen. Das Gefühl der Schwerelosigkeit, des Schwebens und des Sichfallenlassens, ist eine Empfindungsebene, die ein absolutes Wohlbefinden herbeiführt. Diese Umgebungsbedingungen bieten aber auch die Möglichkeit, Nervenkitzel zu erleben, Risikobereitschaft und Leistungsmotivation zu befriedigen oder die Grenzen der eigenen körperlichen und emotionalen Belastbarkeit auszutesten (vgl. SCHIÖBERG-SCHIEGNITZ, 1994).

Das Sporttauchen ist eine der Sportarten die man bis ins hohe Alter betreiben kann. Es strengt selten an, das Genießen, Erleben und Entspannen steht stets im Vordergrund. Es stellt sich also die berechtigte Frage: Wie kann hier Angst entstehen?

Ein Problem besteht darin, daß absolutes Wohlbefinden und höchste Lebensgefahr beim Sporttauchen dicht beieinanderliegen. Der kleinste Fehler kann fatale Folgen für das eigene Leben und das anderer Taucher haben. Nach Tauchunfallstatistiken ist die Hauptursache für Tauchunfälle der Mensch selbst. Fast alle Tauchunfälle in der Vergangenheit hätten vermieden werden können, wenn die einfachsten Grundregeln des Sporttauchens, wie "Tauche nie allein" oder "gegenseitiger Check der Tauchausrüstung vor jedem Tauchgang", eingehalten worden wären. Ursachen für Unfälle sind also nicht Umgebungsbedingungen oder technische Ausfälle, sondern menschliches Versagen, unzureichende Ausbildung, fehlerhafte Tauchgangsplanung oder Sich-Hinreißenlassen von sowohl positiven als auch negativen Gefühlen.

Da sich unsere Rezeptoren und Organe im Lauf der menschlichen Entwicklung weitgehend dem Leben an der Luft angepaßt haben, fällt es uns im Wasser schwerer, bedrohliche Situationen zu erkennen und zu bewerten. Uns fehlen die geeigneten Rezeptoren unter Wasser, um Reize der Umwelt genügend wahrnehmen zu können. Der Mensch muß hier die Technik zu Hilfe nehmen und auch sein Verhalten den physikalischen Gesetzmäßigkeiten anpassen. Für Anfänger ist die Reizüberflutung der hauptsächliche Problembereich.


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Angst und Angstverarbeitung beim Tauchen

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Einschätzung der physiologischen Erregung

Erregung bis zum Zeitpunkt "Beim Auftauchen" auszumachen
und das ohne den Peak zum Zeitpunkt "Am Tauchplatz".

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