Angst

Angst bezeichnet heute ein relativ weites Erscheinungsfeld, in dem ebenso Furcht vor einem bestimmten Problem und begründete sowie unbegründete Alltagsängste wie die Existenz-, Lebens- und Weltangst enthalten sind, zu dem aber auch chronische Ängste, wie Phobien, Neurosen und Psychosen gezählt werden.

Bisher ist es aber noch nicht gelungen, eine auch nur annähernd einheitliche Theorie der Angst zu entwickeln. Verschiedenste theoretische Ansätze und empirische Sichtweisen zum Themenbereich stehen sich gegenüber.

Psychologische Untersuchungen der Angst lassen sich in folgende drei Richtungen untergliedern:

klinisch-psychologische, angewandte Perspektive, mit deren wichtigstem Vertreter, der Psychoanalyse Freuds,

allgemeinpsychologisch-experimentelle Forschungsbemühungen, zu denen die behavioristischen, lerntheoretisch orientierten und kognitiven Theorien der Angst gehören und

differenzialpsychologische Ansätze, die sich vor allem mit der Beschreibung und Messung von interindividuellen Unterschieden in der Angstneigung beschäftigen.

FREUD befaßte sich in seiner ersten Angsttheorie ("Über die Berechtigung, von der Neurasthenie einen bestimmten Symptomenkomplex als Angstneurose abzutrennen", 1895) mit Angstneurosen und Angstphobien. Er erklärte darin Angst als die Umsetzung oder Verwandlung unterdrückter, unabgeführter Triebenergien der Libido.

Eine Begriffsbestimmung der Angst versucht KRONE (1975) mit folgender Definition zu geben: "... ein (emotionaler) Zustand des Organismus, bestimmt durch einen als betont unangenehm erlebten Erregungsanstieg angesichts der Wahrnehmung einer komplexen und mehrdeutigen Gefahrensituation, in der eine adäquate Reaktion des Individuums nicht möglich erscheint" (S. 11). Er bezeichnet Angst, Furcht oder Schreck als akute, d.h. sich zeitlich relativ kurz erstreckende Zustände des Organismus. Ängstlichkeit und Furchtsamkeit beziehen sich dagegen auf Eigenschaften eines Individuums, also auf Sachverhalte mit einem längeren zeitlichen Erstreckungsgrad (HERRMANN, 1973).

SPIELBERGER und LAZARUS, CATTELL und SCHREIER fassen diese Gesichtspunkte zusammen und teilen Angst ein in Angst als Zustandsangst und Angst als Eigenschaft. Angst als vorübergehender emotionaler Zustand variiert in der Intensität über Zeit und Situationen. Angst als Eigenschaft oder Ängstlichkeit bezieht sich demgegenüber auf relativ stabile interindividuelle Differenzen in der Neigung, Situationen als bedrohlich zu bewerten und hierauf mit einem Anstieg der Zustandsangst zu reagieren. Hochängstliche tendieren dazu, mehr Situationen als bedrohlich anzusehen und dementsprechend mit einer höheren Zustandsangst zu reagieren als Niedrigängstliche.

LAZARUS und AVERILL (1972) sowie EPSTEIN (1972) bestimmen die Angst als ungerichtete Aktivierung nach der Wahrnehmung von Gefahr bzw., als Einschätzung von Bedrohung zu erkennen. Furcht tritt dagegen auf, wenn die Ursache der Gefahr erkannt wurde und entsprechende Bewältigungsreaktionen (meist Flucht) eingeleitet werden können (EPSTEIN, 1967).

Wie im folgendem noch gezeigt wird, treten bei Menschen, die häufig intensive Angst verspüren, Vermeidungsreaktionen auf. Diese Mechanismen zur Vermeidung von Angst nennt FREUD (1946) Angstabwehr.

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Angst und Angstverarbeitung beim Tauchen

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Einschätzung der physiologischen Erregung

Erregung bis zum Zeitpunkt "Beim Auftauchen" auszumachen
und das ohne den Peak zum Zeitpunkt "Am Tauchplatz".

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