Einleitung

Schlagwörter: Tauchreisen ans Mittelmeer Psychologie Tauchen Tauchklubs Taucher Wracks

Tauchen ist in Deutschland eine der Sportarten, die mit rasant steigenden Mitgliederzahlen in Vereinen und der immer einfacher zu handhabenden Technik immer populärer wird. Tauchklubs schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden, und so wundert es nicht, daß sich in immer größeren Scharen mehr und mehr Taucher an unseren Seen versammeln. Es ist heute keine Seltenheit mehr, daß sich immer mehr Menschen am Wochenende an größeren Seen einfinden, um zu tauchen. Tauchreisen ans Mittelmeer, das Rote Meer oder in die Karibik erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Unter der Wasseroberfläche warten Abenteuer wie Wracks, Grotten oder Höhlen, die Taucher in ihren Bann ziehen. Es ist der Reiz, etwas Neues und Ungewohntes zu erleben, an Plätze vorzudringen, wo vorher kaum ein anderer war sowie sich beim Anblick der farbenprächtigen Fauna und Flora zu entspannen, der die Menschen zum Tauchen bewegt.

Tauchgänge, die bis zu einer Tiefe von ca. 15 Metern gehen, bringen kaum Gefahren für den Taucher mit sich. Wenn an seiner Ausrüstung ein Fehler aufgetreten ist, hat er hier zu jeder Zeit die Möglichkeit, sofort an die Wasseroberfläche zurückzukehren, ohne einen körperlichen Schaden davonzutragen. Auch ist in dieser Tiefe, durch den hohen Anteil an Spektralfarben im Licht, das Tauchen am farbenprächtigsten. Mit zunehmender Tiefe filtert das Wasser mehr und mehr Farben aus, so daß ab der Tiefe von ca. 30 Metern nur noch die Farben Blau und Grün vorherrschen und es allgemein immer dunkler wird. Warum also tauchen die Menschen zur "Le Togo", einem zerfallenem Dampferwrack in ca. 50 Meter Tiefe, zu Höhlen, wo man sehr genau den Luftvorrat kalkulieren muß und in Tiefen, wo beim anschließenden
Auftauchen genau auf Pausen in genau festgelegten Tauchtiefen geachtet
werden muß, damit man keine gesundheitlichen Folgen davonträgt? Mit der immer einfacheren Technik und den immer komplexer werdenden anderen Hilfsmitteln, wie der Tauchcomputer[1] eines ist, wagt man sich in immer größere Tiefen.

Hier stellt sich die Frage, ob die Abhängigkeit von so vielen Hilfsmitteln unter Umständen nicht auch angstauslösend sein kann. Bringt das Tauchen mit immer komplexerer Technik und einer immer größer werdenden Abhängigkeit von ihr nicht auch Angst vor den damit verbundenen Gefahren mit sich?

Ist es gerade die Angst oder der "Kick" der Tiefe, der die Taucher zum Tauchen treibt? Ist Angst überhaupt an äußere Umstände gebunden oder kann Angst selbst bei ganz normalen Tauchgängen eine Rolle spielen?

Was können auslösende Momente sein und wie kann ich ihnen als Taucher begegnen. Habe ich überhaupt eine Chance, meine Angst zu beeinflussen - und wenn ja - wie? Bin ich als sehr erfahrener Taucher gefeit vor der Angst beim Tauchen? Diese Fragen möchte ich anhand einer eigenen empirischen Untersuchung und eines Literaturstudiums zum Thema innerhalb dieser Arbeit zu beantworten versuchen.

Die Anregung zu der vorliegenden Arbeit ist auf eigene Erfahrungen beim Sporttauchen und dem daraus entstandenen Interesse an den kognitiven psychologischen Vorgängen bei dieser Sportart zurückzuführen.

Intention der vorliegenden Untersuchung ist es, mit Hilfe von standardisierten Angstfragebögen (IPC-Locus of Control, Ways of Coping) zu zeigen, ob ein geschlechtsspezifischer und/oder ein vom Erfahrenheitsgrad abhängiger Unterschied bei der Angst und ihrer Bewältigung bei Sporttauchern besteht.

Es sollen hier anhand einer größeren Stichprobe Untersuchungen zur Psychologie der Angst bei Sporttauchern vorgenommen werden.


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Einleitung

Es wundert nicht, daß sich in immer größeren Scharen
mehr und mehr Taucher an unseren Seen versammeln

Fühlen im Handlungsfeld Sporttauchen

Das Wasser übt einen sehr starken Reiz auf unsere Sinne aus.
In ihm haben wir Bewegungsmöglichkeiten und Empfindungen

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